Lymphödem

Kompressionsstrümpfe bei Lymph-und Lipödemen

Der lymphologische Kompressionsverband schränkt den Patient durch seine Vielschichtigkeit sowohl in der Kleidung als auch in der Beweglichkeit ein. Das erschwerte Laufen, sowie das Verbot mit dem lymphologischen Kompressionsverband Auto zu fahren macht ihn untauglich für das tägliche Leben.

Patienten mit Lymphödemen müssen lebenslang medizinische Kompressionsstrümpfe tragen

Flachgestrickte Kompressionsstrümpfe wurden als Kompromiss zum lymphologischen Kompressionsverband entwickelt und werden in der Lymphologie sowie im Verbrennungsbereich eingesetzt. Die ebenfalls auf dem Markt bekannten, dünnen, rundgestrickten Strümpfe haben ihren Einsatz nur bei Venenerkrankungen. Flachgestrickte Kompressionsstrümpfe entsprechen in ihrer Elastizität den Kurzzugbinden des Kompressionsverbandes, deshalb sind sie aus festem, dickem Textilmaterial und besitzen auf Grund ihrer Herstelltechnik eine Naht. Sie werden immer maßgefertigt, da Lymphödeme immer an unterschiedlichen Stellen lokalisiert sind. Eine Abgabe von dünnen, rungestrickten Serien-Konfektionsstrümpfen ist für den Therapieerfolg falsch.

Medizinische Kompressionsstrümpfe werden in 4 sog. Kompressionsklassen (CCL) hergstellt, die sich durch die Stärke des Andrucks in Ruhe (Ruhedruck) auf die umschlossene Extremität unterscheiden. Wie beim lymphologischen Kompressionsverband ist der Ausgangswert, z. B. am Bein an der Fessel, 100% und verringert sich entsprechend der Kompressionsklasse kontinuierlich in Richtung Oberschenkel. Lymphologische, flachgestrickte Kompressionsstrümpfe mit der richtigen Kompressionsklasse und Diagnose müssen vom Arzt verordnet werden, die Beratung und das Anmessen erfolgt durch Sanitätshäuser.

Speziell ausgebildete, geprüfte, lymphologische Fachkräfte nehmen an definierten Punkten unter Zug Maß und leiten für den Patient die Fertigung einer individuell das Krankheitsbild und die Comorbidität berücksichtigende Kompressionsbestrumpfung ein. Das Maßnehmen erfolgt an der entstauten Extremität, deshalb ist eine Kommunikation mit dem Lymphtherapeuten und dem Arzt notwendig. Die Kompressionsstrümpfe werden bei der Anprobe im Sanitätshaus auf den passgenauen Sitz überprüft. Das Fachpersonal unterweist den Patienten in der Anziehtechnik, über die Waschanleitung und der Hautpflege.

Bevor ein lymphologischer Kompressionsstrumpf abgegeben werden kann, müssen alle Schritte vom Sanitätshaus ausführlich dokumentiert und ein Kostenvoranschlag bei der Krankenkasse eingereicht werden. Wie beim Kompresssionsverband, kann ein schlecht sitzender oder falscher Kompressionsstrumpf das Lymphödem verschlechtern. Deshalb müssen die Fachkräfte im Sanitätshaus ebenfalls lymphologisches Fachwissen und sehr viel Erfahrung in der lymphologischen Kompressionsbestrumpfung haben.

Komplexe physikalische Enstauung des Lymphödems

Der bislang wirkungsvollste, klassische Therapieansatz bei Lymphödemen ist die komplexe physikalische Entstauungstherapie (KPE). Sie besteht in ihren Basismaßnahmen aus der manuellen Lymhdrainage, der Kompressionsbandagierung und der Kompressionsbestrumpfung sowie aus der entstauenden Bewegungstherapie und der Hautpflege. Zusätzlich zur Basistherapie sind eine Ernährungsberatung und psychologische Hilfen zur Erhöhung der Eigenmotivation nötig. Nur die Anwendungen aller Einzelkomponenten der Basistherapie führen bei der Lymphödemtherapie zum Erfolg. Die komplexe physikalische Entstauungstherapie unterscheidet zwei Phasen.

Phase 1: Entstauungs- oder Endödimatisierungsphase

In Phase 1 wird das Ödem, je nach Schweregrad, drei bis sechs Wochen täglich stationär in einer Fachklinik behandelt. Auf dem Tagesplan stehen manuelle Lymphdrainagen (MLD) mit anschließender Kompressionsbandagierung. Der lymphologische Kompressionsverband bleibt bis zur nächsten Behandlung an der Extremität, d. h. bei der Bewegungstherapie und auch nachts werden die Kompresssionsverbände nicht abgenommen.

Individuell wird für den Patient ein Bewegungsprogramm entwickelt, das auf sein Krankheitsbild ausgerichtet ist. Weiterhin erhält er Unterricht über die Selbstbehandlung mit manueller Lymphdrainage, Hautpflege und Selbstbandagierung. Ein Therapie-Ödemtagebuch dokumentiert den Verlauf der Therapie. Eine Woche vor Abschluss der Therapie wird ein Kompressionsstrumpf angemessen. Wenn die Passform durch den Arzt bestätigt wurde, kann der Patient in die zweite Phase der KPE entlassen werden. Die Phase 1 kann bei guter Organsitaion auch ambulant durchgeführt werden.

Phase 2: Konservierungs und Optimierungsphase

Im Gegensatz zu Phase 1 dauert die Phase 2 lebenslang, da es sich beim Lymphödem um eine chronische Erkrankung handelt. Entsprechend der Reödimatisierungstendenz wird ein Behandlungsintervall für die manuellen Lymphdrainagen festgelegt. Mit Reödimatisierungstendenz ist die Zeit gemeint bis sich das Ödem trotz Selbstbehandlung wieder bildet und therapeutische Hilfe benötigt.

Alle Komponenten der Phase 1 werden ambulant in der Phase 2 durchgeführt. Damit die Maßnahmen mit dem persönlichen Tagesablauf harmonieren, sind einige Anpasssungen in Phase 2 vorzunehmen. In der Phase 2 ist es in der Regel nötig 14 tägig oder 1 bis 2 mal wöchentlich zur Lymphdrainage zu gehen. In schweren Fällen kann die Frequenz auf drei bis vier mal pro Woche erhöht werden. Nach der MLD erfolgt das Anlegen des Kompressionsverbandes, den der Patient bis zum Abend trägt.

In der Zeit zwischen den Lymphdrainagen wird die Kompressionsbestrumpfung getragen. Bewegung wie Gymnastik, Wandern, Walken in Kompression unterstützen die Therapie optimal. Ambulant hat der Patient sich bei Bedarf (Verschlechterung) selbst zu bandagieren, er achtet auf die Hautpflege und auf ausreichend Bewegung. Sollte sich das Ödem wieder massiv verschlechtern, muss eventuell die erste Phase wiederholt werden.

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